Unter der Rubrik "ANNO dazumal" finden Sie in regelmäßigen Abständen kurze Hinweise auf historische Ereignisse, über die in den Zeitungen aus ANNO berichtet wurde.
Wiener Theaterzeitung
Die „Wiener Theaterzeitung“ wurde 1806 gegründet und erschien bis zum Jahre 1860 unter wechselnden Titeln. (u.a. Wiener allgemeine Theaterzeitung, Wiener allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens). Die von
Adolf Bäuerle (*9. April 1786 in Wien, + 19. September 1859 in Basel) im Alter von 18 Jahren gegründete Zeitung erschien mehrmals wöchentlich und war lange Zeit die auflagenstärkste Zeitung in ganz Österreich (bis 1847, Auflage ca. 5.000-6.000 Stück). Der Gründer war der einzige Redakteur der Zeitung, welcher auch häufig Theaterkritiker wie Moritz Saphir, Johann Nepomuk Hofzinser, Hermann Günther Meynert und Friedrich Witthauer einlud. Die ab 1818 mit illustrierten Beilagen ausgestattete Zeitungen widmete sich nicht nur dem Theater sondern auch der Musik, Poesie sowie allgemeinen Neuigkeiten aus Wien und anderen Kulturmetropolen. Aufgrund des großen Interesses wurden während des Erscheinens der Theaterzeitung auch publizistische Innovationen, wie dem Schnellpressendruck sowie der Formatänderungen, rasch umgesetzt. Einige Jahrgänge dieser häufig angefragten Zeitung aus dem frühen 19. Jahrhundert konnten bereits digitalisiert werden, weitere Jahrgänge werden in der nächsten Zeit laufend online gestellt.
18. Februar 1922
Am 18. Februar 1922 berichtete das Neue 8-Uhr-Blatt über die anstehende Unabhängigkeit Ägyptens. Laut dem kurzen Bericht, soll Lord Allenby am Vortag von König Georg V. empfangen um einen Brief an den Sultan Ahmad Fuad zu überbringen. Darin sollten die Ergebnisse der Verhandlungen über die zukünftige Verfassung Ägyptens und die vorgesehenen Abschaffung des Protektorates Großbritanniens über Ägypten übermittelt werde.
Ägypten wurde am 15. März 1922 offiziell unabhängig. Ahmad Fuad nahm den Titel des Königs (Malik). Seit 1917 war er bereits Sultan, vom 15. März 1922 bis zum 28. April 1936 regierte er als Malik Fuad I.
Den genannten Artikel finden Sie hier.
Weitere 20 Zeitungen vom 18. Februar 1922 sind in ANNO verfügbar.
Weitere Informationen über Fuad I. finden sie hier.
9. Februar 1811
Mais ist heute kaum mehr aus unserer Ernährung wegzudenken. Ob die bekannten Cornflakes, Popcorn, ob zu Polenta oder Tortillas verarbeitet oder zu Maiskeimöl gepresst - die Vielseitigkeit dieser Frucht, die ursprünglich als Getreide angesehen war ist hoch. Die ursprünglich aus Amerika stammende Pflanze aus der Familie der Süßgräser kam im 16. Jahrhundert nach Europa und wurde ursprünglich als Futter für Tiere verwendet. Die Maisstängel wurden als Streu und zur Feuerung benutzt.
Die Zeitung Vaterländische Blätter berichtet über ein Verfahren zur Gewinnung von Maissirup aus Maisstängeln im Jahr 1811. Mithilfe dieser Errungenschaft konnte von da an teilweise auf teure Importe von Zucker verzichtet werden. Der aus der Maispflanze gewonnene Stärkesirup gehört inzwischen nicht zuletzt wegen seinem Anteil an Traubenzucker und Fruchtzucker zu den wichtigsten Produkten der Lebensmittelindustrie.
Den genannten Artikel finden Sie hier.
2 weitere Zeitungen vom 9. Februar 1811 finden Sie hier.
4. Februar 1929
Nicht nur derzeit sondern auch vor 83 Jahren zog eine Kältewelle über Ost- und Mitteleuropa. Am 4.2.1929 berichtet das kleine Blatt von dieser Extremsituation, bei der es in in Norwegen und England zwischen 4 und 9 Grad hatte, hingegen in München -22°C und in Wien sogar -28°C gemessen wurden. Damals wurde allerdings ein weiteres Ansteigen der Kälte vorausgesagt.
Auch die Neue Zeitung berichtet unter dem Titel "Die Kälte und ihre Opfer. Fortdauer des Frostes" über die damals herrschenden Zustände und den damit verbundenen Verletzungen und Todesfällen.
Als Folge dieser Extremkälte 1929 zeigten sich im März verherende Eisstöße. Diese bewirken Brückeneinstürze und zahlreiche Todesopfer.
Das Kleine Blatt vom 4.2. 1929.Die Neue Zeitung vom 4.2.1929.
7 weitere Zeitungen vom 4. Februar 1929 finden Sie hier.
29. Januar 2012

- Grafik: ÖNB Bildarchiv
Hildegard Burjan (geb. Freund, * 30.1.1883, + 11.6.1933) studierte in der Schweiz Philosophie und Literatur. Nach Ihrer Promotion magna cum laude 1908, studierte sie in Berlin Sozialwissenschaften. Nach überstandener schwerer Krankheit konvertierte sie vom Judentum zum Christentum.
Bei Ihrem Einsatz für Frauen gründete Sie unter anderem 1919 die Caritas Socialis, die sie bis zu ihrem Tod leitete. Bereits ein Jahr vor der Gründung war sie im Wiener Gemeinderat aktiv. 1919 wurde sie die erste weibliche Nationalratsabgeordnete der christlichsozialen Partei in Österreich. Am 12. März 1919 stellte sie ebenda den ersten Antrag betreffend dem Mutter- und Säuglingsschutz. "Sie erreichte die gesetzliche Festlegung von Mindestlöhnen für Heimarbeiterinnen und machte sich verdient um die Mädchenschutzarbeit, die Gefährdetenfürsorge und um das Wiederaufbau der Bahnhofsmission." (ÖBL)
Die stenographischen Protokolle zu Ihren Nationalrats-Reden sowie die Anträge finden sie hier.
Bericht von Dr. Hildegard Burjan über "Frauen und die Nationalversammlung" in der Reichspost vom 20. Februar 1919.
Weitere Informationen zu Hildegard Burjan finden Sie auch auf:
- Ariadne - Frauen in Bewegung
- www.hildegardburjan.at
22. Januar 1922
In der Nacht auf den 22. Januar 1922 verstarb Giacomo della Chiesa, besser bekannt unter dem Titel und Namen – Papst Benedikt XV. (Amtszeit 1914 - 1922)- an den Folgen einer Lungenentzündung. Geboren 1854 studierte er Rechtswissenschaften und besuchte das Priesterseminar. Bekannt für sein hartes Auftreten gegen den ersten Weltkrieg wurde er auch Friedenspapst genannt. Ebenso setzte er sich für die Ausbildung einheimischen Priesternachwuchses in der Dritten Welt aus, organisierte humanitäre Hilfe während des 1. Weltkrieges und bemühte sich um Friedensverhandlungen (erfolglos). Bereits am 22. Jänner 1922 berichtet das "Vorarlberger Volksblatt" über den Tod des Papstes. Wohingegen „Die Neue Zeitung“ an demselben Tag noch über den hoffnungslosen Zustand der Erkrankung des Papstes schreiben.
11 Weitere Zeitungen zum 22. Januar 1922.
1. Januar 1922
Vor 90 Jahren wurde Wien zum eigenständigen Bundesland ernannt. Unter dem Titel „Der Freistaat an der Donau“ schreibt Karl Renner (* 14.12.1870 Untertannowitz - + 31.12.1950 Wien), sozialdemokratischer Politiker und Jurist in der Arbeiterzeitung über dieses historische Ereignis. Von 1918-1920 war Dr. Renner als Staatskanzler am Entstehen der Ersten Republik beteiligt. Im Jahr des Erscheinens des Artikels war er Abgeordneter des Nationalrates. Wie man dem Artikel entnehmen kann, gebührt seiner Ansicht nach allein dem Proletariat die Ehre Wiens, da das Bürgertum sich dafür nicht einsetzte.
Den genannten Artikel finden sie hier.
15 weitere Zeitungen zum 1. Jänner 1922.
Weitere Informationen zu Dr. Karl Renner finden Sie u.a. in Wikipedia.
18. Dezember 1931
„Türkische Kunst aus sieben Jahrhunderten“ betitelte die Reichspost am 18. 12.1931 die Ausstellung in der Wiener Sezession eröffnet wurde. Erstmals zeigte die Sezession türkische Kunst in ihrem Historischen Werdegang. Es wurde bei dieser Ausstellung einerseits die „seldschukische und osmanische Kunst“ zur Schau gestellt, darunter ein Knüpfteppich aus dem 12. Jahrhundert, das Prunkgewand des Sultans Bayezid II. (um 1447-1512; reg. 1481-1512; Sultan des Osmanischen Reiches), aber auch türkische „Gegenwartskunst“. Auch erwähnt wird die Österreichische Nationalbibliothek, die ebenfalls Objekte für die Ausstellung zur Verfügung stellte.
Hier finden Sie den genannten Artikel.
15 Verfügbare Zeitungen" vom 18.12.1931.
12. Dezember 1921
Bezugnehmend auf den „Evening Standard“ und die „Times“ betitelt „Der Montag“ in Wien am 12. Dezember 1921 das Blatt mit „Das finanziell zerrüttete Europa“. Heute ist Europa aufgrund von Spekulationen, Fehlkalkulationen etc. in einer ähnlichen Misere wie damals nach dem Friedenvertrag von Versailles, den kaum ein Land einhalten konnte. Die Reparationszahlungen wie die Kosten für den Wiederaufbau waren enorm hoch. Lloyd George (britischer Premierminister) lud Aristide Briand (franz. Ministerpräsident und Außenminister) schließlich ein über den großen Englischen Plan zu sprechen, der für das gesamte Europa Besserungen vorsah.
Hier finden Sie den genannten Artikel.
Verfügbare Zeitungen vom 12.12.1921







