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Historische österreichische Zeitungen und Zeitschriften online

ANNO ist der virtuelle Zeitungslesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek. Hier kann in historischen Österreichischen Zeitungen und Zeitschriften online geblättert und gelesen werden.

Alle hier vorgestellten Beiträge finden Sie auch unter "ANNOdazumal" beziehungsweise "Kurzbeiträge zu historischen Zeitungen" in der linken Menüleiste.

11. Februar 1869

Geburtstag von Adelheid Popp, der Begründerin der proletarischen Frauenbewegung in Österreich

Bildquelle: Porträt der Popp, Adelheid, 1869-1939. ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung (POR), Signatur: Pf 1909:D (1).

Adelheid Popp wurde am 11. Februar 1869 in Inzersdorf bei Wien geboren. Zu Lebzeiten war sie eine bekannte Frauenrechtlerin und überzeugte Sozialistin.

Als Kind einer österreichischen Arbeiterfamilie mit 15 Geschwistern musste Adelheid, damals noch mit Nachnamen Dworak, im Alter von zehn Jahren die Schule verlassen, um zu arbeiten und so zum Familienunterhalt beizutragen. Neben ihrer Arbeit in einer Fabrik las sie sozialistische Schriften und hielt bereits als junge Frau auf Parteiversammlungen Reden über die schlechten Bedingungen für weibliche Arbeitskräfte. 1891 wurde sie Mitglied des Wiener Arbeiterinnen-Bildungsvereins (vgl. Ariadne Projekt "Frauen in Bewegung", Arbeiterinnen-Bildungsverein, Wien, aufgerufen am 9. Februar 2016).

1892 wurde sie die erste Redakteurin der österreichischen Arbeiterinnen-Zeitung. In der ersten Ausgabe am 1. Jänner 1892 war aber lediglich der einleitende Teil von Adelheid Dworak, der Rest wurde anfangs noch von Redakteuren der Arbeiter-Zeitung, aus welcher die Arbeiterinnen-Zeitung entstand, redigiert. Aber schon in diesem einleitenden Artikel kann man ihre Hingabe für die Verfechtung der Frauenrechte erkennen: "Arbeiterinnen! Nicht um ein gewinnbringendes Unternehmen, nicht um eine Spekulation handelt es sich bei Herausgabe dieser Schrift. Die ernstesten Interessen der Arbeiterinnen sind es, die diese Schrift vertreten soll. Die gedrückte Lage aller Lohnarbeiterinnen macht es zur dringenden Pflicht, daß endlich ein Mittel gefunden werde, mit welchem es möglich ist, alle gerechtfertigten Klagen und Beschwerden der weiblichen Arbeiter in die Öffentlichkeit zu bringen; denn gewiß Viele von uns haben zu leiden unter schlechten Lohn- und Arbeitsverhältnissen; Viele werden klagen können über unmenschliche Behandlung seitens der Arbeitsgeber (…)" (Arbeiterinnen-Zeitung, 1. Jänner 1892, Heft 1, S. 1)

Zu dieser Zeit lernte sie ihren späteren Ehemann, Julius Popp, kennen. Popp war Redakteur der Arbeiter-Zeitung und privat gut mit Victor Adler befreundet, dem dieses Blatt gehörte. Da Popp und Dworak bekannte Persönlichkeiten der sozialistischen Bewegung waren, blieb ihre Eheschließung in diversen Blättern nicht unerwähnt. So berichteten beispielsweise das Volksblatt für Stadt und Land (vgl. Volksblatt für Stadt und Land, 22. Februar 1894, S. 3), das Linzer Volksblatt (vgl. Linzer Volksblatt, 21. Februar 1894, S. 4) und das Neue Wiener Journal über die Hochzeit (vgl. Neues Wiener Journal, 17. Februar 1894, S. 4).

1909, ein paar Jahre nach dem Tod ihres Mannes, erschien ihr Buch "Jugendgeschichte einer Arbeiterin", welches in damaligen sozialistischen Kreisen zur populären Lektüre wurde (vgl. Arbeiter-Zeitung, 23. März 1909, S. 1). 1919 wurde Adelheid Popp nicht nur Herausgeberin der Arbeiterinnen-Zeitung, sondern auch Abgeordnete im Nationalrat, wo sie bis 1934 agierte. Sie verstarb im März 1939 in Wien (vgl. Tagblatt, 2. Dezember 1930, S. 2).

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